BCI (Better Cotton Initiative), dem sich mittlerweile Großkonzerne, wie Adidas, Puma oder H&M angeschlossen haben, soll eigentlich den nachhaltigen Anbau von Baumwolle zu fördern.

Schon heute tragen 12 % der weltweit angebauten Baumwolle das BCI-Siegel.

Problem hierbei ist jedoch, dass wegen des großen Erfolgs von BCI die Produktion von Bio-Baumwolle eingebrochen ist. Weil sich Baumwolle mit BCI-Siegel so gut verkaufen lässt, haben viele Bauern den Anbau von Bio-Baumwolle eingestellt. Da die strengen Auflagen der Bio-Baumwolle für den Anbau von BCI-Baumwolle nicht gelten (im BCI-System dürfen Pestizide gespritzt und genetisch veränderte Baumwollpflanzen angebaut werden), sind viele Bauern von Bio- auf BCI-Baumwolle umgestiegen.

Grundsätzlich basiert das System des BCI auf dem Prinzip des Mengenausgleich. Am Anfang steht ein Produzent, der sich verpflichtet, weniger Pestizide und Wasser einzusetzen und auf Kinderarbeit zu verzichten. Seine Baumwolle erhält das BCI-Siegel. Doch wenn die BCI-Baumwolle zur Weiterverarbeitung in die Textilfabrik kommt, wird sie im Lager mit konventionell produzierter Baumwolle vermischt. Bestellt eine Textilfabrik BCI Baumwolle, werden dafür sogenannte BCI Einheiten in den Büchern verzeichnet. Ein Modelabel, das zertifizierte Stoffe bei dieser Textilfabrik kaufen möchte, erwirbt damit diese grünen BCI-Einheiten. Der Stoff selbst ist dabei aber aus gemischter Baumwolle. Ein T-Shirt mit dem grünen Label kann also viel, wenig oder auch gar keine BCI-Baumwolle enthalten.

Quelle: https://tvthek.orf.at/profile/Themenmontag/13687392/ORF-III-Themenmontag-Die-Wahrheit-hinter-Baumwolle/14027432

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